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Sonntag, 14. Juli 2013

Springt, Eichen, Springt

Als mich die Ärztin Freitag anrief und dann die restliche Medikation mit mir besprochen hat, war ich leicht überfordert. Ich staune immer wieder, was uns alles so zugetraut wird - denn zumindest ich finde, dass es eine ziemliche Verantwortung ist, sich zu bestimmten Zeiten bestimmte Medikamente in den Bauch zu jagen und ja nichts durcheinander zu bringen.

Im Detail sah es wie folgt aus:

Freitag Abend noch mal regulär Puregon 150 Einheiten
Samstag 7.00 Uhr Orgalutran
Samstag 14.00 Uhr Puregon 150 Einheiten
Samstag 20.30 Uhr Ovitrelle

Das hat mich vor ziemlich logistische Herausforderungen gestellt, denn die Planung für Samstag sah ein wenig anders aus. Denn eigentlich war ganz lange schlafen und dann Junggesellinnenabschied mit vollem Tagesprogramm angedacht.

Ausschlafen war schon mal nicht - der Wecker ging 7 Uhr für die erste Spritze. Aber dann habe ich noch mal ein wenig weiterschlafen können.

Die Nachmittags-Spritze war schon ein wenig herausfordernd. Da bin ich schon unterwegs gewesen und lieferte gerade meinen Mann für den Herren-Teil der Party ab. Also habe ich mir im Auto vor dem Haus des glücklichen Paares das Puregon in den Bauch gejagt.

Dann habe ich mich mit dem Damen-Teil der Party ein wenig amüsiert, habe aber überlegt, wie ich das mit der Ovitrelle mache. Problem an der Sache war, dass das Programm vorsah, ab 20 Uhr auf einem Partyschiff eine Hafenrundfahrt zu machen. Ich habe hin- und herüberlegt, aber schwankende Schiffe sind von Haus aus schon nicht so meins und wenn ich mir dann dort auch noch in einer wer weiß wie dreckigen Toilette eine Spritze setzen soll, finde ich die Vorstellung nicht ganz so berauschend. Schweren Herzens habe ich mich also entschieden, nach Hause zu fahren und die Party ohne mich weitergehen zu lassen. So war ich pünktlich zur Spritzenzeit daheim und hatte dann die Ruhe dafür.

Dass ich den Abend vorzeitig beendet habe, war im Nachhinein sicher keine so schlechte Idee, denn von der Spritze ist mir ziemlich übel geworden. Das hätte auf dem Schiff richtig in die Hose gehen können. So habe ich es mir gemütlich gemacht mit Musik und habe meine Nähmaschine ein wenig gequält.

Jetzt genieße ich den Sonntag - leider bei regnerischem Wetter und versuche, nicht über den morgigen Tag nachzudenken.



Einen schönen Sonntag wünsche ich euch!



Dienstag, 2. Juli 2013

Vollkommen Planlos



Ich bin ein Mensch, der gern plant. Ich habe es gern, wenn alles strukturiert und geordnet ist. Meinen Urlaub buche ich gern einige Monate vorher. Und überhaupt mag ich nicht so gern spontane oder improvisierte Dinge. Nicht, dass dies nicht auch mal gut sein könnte, aber ich stelle mich lieber länger auf etwas ein, statt überrumpelt zu werden.

Die letzte IVF hat mir schon gezeigt, dass Planen nur mittelprächtig funktioniert. Das wird auch diesmal so sein und damit habe ich mich auch abgefunden.

Aber dass es schwierig ist, über die Warteschleife hinaus zu planen, nervt mich tierisch. Früher habe ich Monat für Monat überlegt, was wäre, wenn es jetzt geklappt hätte. Wie weit wäre ich dann Weihnachten, wann würde der Mutterschutz beginnen etc. Vollkommen idiotisch, aber einmal Planer, immer Planer. Kriegt man aus dem Hirn einfach nicht raus.

Im Laufe der Zeit habe ich dann aufgehört, mir das jeden Monat aufs neue auszurechnen. Klappte ja eh nicht.

Aber jetzt – jetzt – jetzt – ist das alles in so greifbarer Ferne, dass die Planerei aufs Neue losgeht.

Denn es kann ja klappen. Und dann gehen halt ein paar Dinge nicht mehr, die sonst kein Problem sind.

Zum Beispiel habe ich ein ziemliches Luxusproblem. Im September haben wir eine Woche Urlaub geplant und wollen verreisen. Wenn es nicht klappt, wollen wir nach Zypern fliegen, wenn es geklappt hat, wollen wir mit dem Auto nach Dänemark fahren. Ich habe schon mal nach Flügen geschaut und bekanntermaßen werden diese ja teurer, je kurzfristiger man sie bucht. Das macht mich ein wenig nervös.

Dann gibt es noch ein kleines anderes Problem. Mein Kollege hat mich heute gefragt, ob ich nicht mal wieder mit ihm zusammen ein paar Kunden besuchen möchte. Kommt nur alle Jubeljahre vor und ist immer eine tolle Möglichkeit, die Kunden mal persönlich kennenzulernen. Es wäre aber auf jeden Fall eine Flugreise, denn von Nord nach Süd mit dem Zug ist bei Geschäftsreisen ein bisschen zu weit, wenn man nur 2 Tage Zeit hat. „Nein, ich möchte im Moment keine Reisen planen“ ist eine ziemlich blöde Antwort. Blöd, dass ich beim Chef schon mal um die Genehmigung bitten soll. Ich werde wohl versuchen, noch ein bisschen Zeit zu schinden.

Habt ihr auch solche Gedankengänge oder bin ich die einzige mit so einem blöden Planungshirn?

Donnerstag, 25. April 2013

Überfordert

Es geht los. Hilfe. Ich bin völlig überfordert und muss mich jetzt erst mal wieder gedanklich sortieren.

Heute war ich den ganzen Nachmittag schon durch den Wind und supernervös vor dem Termin, denn irgendwie hatte ich im Gefühl, dass da noch was kommt. Irgendein Hindernis, irgendeine Hürde oder so - wäre ja so typisch. Aber dann war ich bei meinem Kiwu-Dok und er war vollkommen entspannt. HSK war gut - schön. Blutwerte sind ok. (Ach ja? Aber wenn du meinst...) Wo stehen wir im Zyklus? Super, dann können wir ja loslegen.

Ähm - Moment mal. Ist ja schön, dass wir jetzt loslegen, aber so ganz gleich wirklich so richtig? Hilfe, ich bin überfordert.

In Fakten heißt das:

08.04. Beginn Pille - 28.04. Ende Pillenpackung (was ja schon Sonntag ist!!!)

29.04. Beginn Decapeptyl-Spritzen + weiter die Pille nehmen
05.05. letzte Pille
10.05. Ultraschall + Beginn Puregon + weiterhin Decapeptyl
15.05. Ultraschall (danach weiter US in kürzeren Abständen)
ca. 20./21.05. Eizellentnahme
ca. 22./23.05. Embryotransfer

Nicht nur, dass mich das in dem Moment etwas überfordert hat, war das nächste die entsprechende "Logistik". Eigentlich hatte ich mir das hübsch zurechtgelegt, dass ich die Rezepte dann an die Apotheke meines Vertrauens gebe und die alles beschaffen und ich das dann irgendwann abhole.

Nun fahren wir von morgen bis Montag zu meinen Eltern, so dass ich, wenn ich Montag früh mit den Spritzen anfangen soll, irgendwie noch an diese rankommen muss. Neben der Klinik ist praktischerweise eine Apotheke, die zum Glück all die Kiwu-Standardsachen auf Lager haben. Also bin ich kurz vor Schließung schnell noch hingesprintet und habe das Decapeptyl geholt. Das Puregon stand auf dem gleichen Rezept, aber da ich das noch nicht brauche, habe ich dafür einen Abholschein bekommen und musste erst mal "nur" das Decapeptyl bezahlen.

Was ich an der Sache nicht verstehe: Beim Decapeptyl steht auf der Quittung VK 323,07 EUR / 161,54 EUR Eigenanteil. Beim Puregon steht aber VK 361,08 EUR / 361,08 EUR Eigenanteil. Kann das sein, dass man das eine nur zur Hälfte, das andere aber komplett zahlt?

Und noch so eine doofe Randfrage. Nicht, dass ich stets und ständig Alkohol trinken würde, aber im Moment stehen einige Feiern und Besuche an: Ab wann habt ihr komplett auf Alkohol verzichtet?