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Donnerstag, 20. Juni 2013

Ovu-li Ovu-la

Ich habe mir jetzt mal Ovutests gekauft. Warum ich das erst jetzt nach einer IVF und drei Jahren Kinderwusch tue bzw. bislang nie getan habe, lässt sich relativ einfach erklären.

Letztes Jahr hatte ich überlegt, mir so ein Persona-Dingens zu kaufen. Das Prinzip dieser Dinger finde ich echt gut (wenn es denn wirklich so funktionert). Da aber meine Eier regelmäßig in eine große Leere hüpfen, da da nix ist und auch der beste Schwimmer da nicht hilft, habe ich das seingelassen. Ich weiß ja nicht, wann auf welcher Seite gehüpft wird (es gibt Frauen, die spüren das, aber ich merke da gar nichts - zumindest habe ich noch nie drauf geachtet), daher bringt es mir eigentlich gar nichts, zu wissen, ob der Eisprung nun naht oder nicht. Ich habe das bislang nur in meiner Zyklus-App verfolgt (wenn das denn alles so stimmt) und weiß, dass wir auch regelmäßig um diesen Zeitpunkt rum herzeln. Wieviel dabei bislang rausgekommen ist, weiß man ja.

Aber da ich bekanntermaßen Stillstand hasse und die Zeit bis zur Mens irgendwie überbrücken möchte, habe ich mir nun mal solche Tests gekauft - die billigsten mit halbwegs guter Bewertung, die ich finden konnte. Dem Paketboten müssen die auch gefallen haben, auf jeden Fall ist die erste Sendung nie bei mir angekommen. Der Verkäufer war so nett, die noch mal neu auf die Reise zu schicken. Als ich heute nach Hause gekommen bin, hat mich im Briefkasten ein riesiger Umschlag erwartet, der mehr in der Luft als im Briefkasten hing (Nein, der Briefkasten ist nicht zu klein. Man hätte den durchaus reinbekommen, wenn man gewollt hätte), aber zum Glück kam der strömende Regen erst später.

Zumindest würde es mich interessieren, ob die App mit ihrer Vorhersage denn Recht hat. Außerdem macht es doch riesigen Spaß, jeden Tag auf Stäbchen zu pinkeln. Ist das eigentlich egal, ob morgens oder abends? Oder ist auch hier morgens besser? Vielleicht bringt mir das ein Erfolgserlebnis, zumindest darauf zwei Linien hinzubekommen :-)

Wo ich aber gerade so schön am Schreiben bin und eigentlich gar keine Zeit dafür habe, weil ich eigentlich Sachen packen müsste, weil es morgen direkt nach der Arbeit für ein langes Wochenende an die Ostsee geht, muss ich mich noch mal kurz über die Nachrichten aufregen, die ich vorhin aus Versehen geschaut habe.

Wie viele Paare gibt es, die ihre Überlegung, Kinder zu bekommen, ernsthaft davon abhängig machen, ob das Elterngeld hoch genug ist oder absehbar ist, ob es einen Kitaplatz geben wird? Wann immer man sich über zu wenig Kinder in Deutschland wundert, vermisse ich UNS ALLE in diesen Überlegungen.

Liebe Politiker - es gibt genügend Paare, die sich sehnlichst Kinder wünschen, aber körperlich einfach nicht in der Lage dazu sind oder es aus anderen bzw. unbekannten Gründen einfach nicht klappt. Denkt doch nicht bitte ständig über Steuerfreibeträge nach, sondern macht die Kinderwunschbehandlung finanziell allen zugänglich.

Als ich kürzlich bei Angi lesen musste, dass sie sich wohl eine zweite ISCI erst mal nicht leisten können, hat es mir fast das Herz zerrissen. Das darf doch nicht sein. Es muss doch andere Wege geben, als von Krankenkasse zu Krankenkasse zu pilgern, um bei einer zu landen, die mehr als den Regelsatz übernimmt, um eine Kinderwunschbehandlung ermöglicht zu bekommen.

So, das musste einfach mal gesagt werden. Ich könnte noch Stunden darüber diskutieren, aber ich muss jetzt gerade mal Prioritäten setzen und endlich anfangen, ein paar Sachen zusammenzusuchen. :-)

Ich wünsche euch allen schon mal ein hoffentlich sonniges und unwetterfreies Wochenende.

Der 10.000e Besucher steht kurz vor der Tür. Daher gibt es zur Feier dieses Anlasses einen Counter geschenkt. Dem Leser würde ich ja gern einen Blumenstrauß und eine Schachtel Pralinen überreichen, aber digital geht das leider schlecht. Deshalb vorab einfach schon mal ein schnödes DANKE fürs Lesen! :-)

Dienstag, 5. Februar 2013

Die Babyfrage

Es kommt ja immer darauf an, "auf welcher Seite" man quasi steht. Früher war ich auch immer ganz neugierig auf die Familienplanung der anderen und gespannt, wann endlich Nachwuchs ansteht.

Aber jetzt ist alles anders. Nachdem ich nun am eigenen Körper erfahren habe, dass nicht immer alles so einfach ist, und dass zwischen dem Kinderwunsch und tatsächlich ein Kind zu bekommen Galaxien auseinander liegen können.

Nach dem ersten Gespräch in der Kiwu-Klinik musste ich mich zusammenreißen, nicht in Tränen auszubrechen, wenn mich jemand nach der Familienplanung gefragt hat. Was soll man da auch antworten? Wie ehrlich kann man seiner Umwelt gegenüber sein?

Gerade heute habe ich eine ehemalige Kollegin getroffen, die - natürlich - die Frage aller Fragen gestellt hat.

Mittlerweile kann ich auf die Frage meist ganz gut reagieren und wäge ab, wem ich die Wahrheit sage und wem nicht. Aber ich habe auch schlechte Tage - und es nervt. Wenn es soweit ist, wird es schließlich kaum zu übersehen sein!


Sonntag, 20. Januar 2013

Ein kurzer Blick zurück



Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht...

Vor 3 Jahren war ich schwanger, einfach so. Wobei... ...einfach so natürlich nicht, denn es gehören ja immer 2 dazu... ...aber es war tatsächlich ganz einfach und unerwartet... ...direkt im 1. Zyklus hatte es geklappt.

Und dann waren da Blutungen und Schmerzen und der ganz kurze Traum endete am 1.1.2010 in der Notaufnahme mit einer Eileiterschwangerschaft - Happy New Year sag ich nur...

Der Arzt war so optimistisch, zu sagen, dass ich ein Jahr später wieder da sein würde, dann aber zur Entbindung. Da hatte er wohl unrecht.

Nach1 1/2 Jahren erfolgloser Versuche haben wir im Sommer 2011 eine Kinderwunschklinik besucht. Und nach Einschätzung des Doc würde sich da wohl auch ohne Hilfe nicht viel tun, schliesslich musste damals ein Eileiter entfernt werden.

Das hat mir total den Boden unter den Füßen weggerissen. Wie soll man verstehen, dass man auf natürlichem Wege nicht mehr schwanger werden soll, obwohl es doch schon einmal geklappt hat - und das gleich beim ersten Versuch.

Und nun? Da meine psychische Verfassung zu der Zeit nicht die beste war, hat mir mein Gyn empfohlen, nichts zu überstürzen und erst mal wieder aus meinem depressiven Loch rauszukriechen. Dies hat zwar ziemlich lange gedauert, aber mittlerweile würde ich mich als "gefestigt" bezeichnen. Ich sehe alles ein wenig entspannter und lasse ich nicht mehr ganz so schnell aus der Bahn werfen wie früher.

Mittlerweile bin ich auch soweit, dass ich wirklich und wahrhaftig Kinder WILL. Das war vorher nicht so. Hätte es auf natürliche Weise geklappt, hätte ich mich selbstverständlich darüber gefreut. Aber da war auch immer noch ein kleiner Unsicherheitsfaktor, ob ich wirklich Mutter sein möchte.

Aber nun kann ich nur sagen: Ja, ich will :-)